Fridolfing und seine Geschichte
 
Die Geschichte von Fridolfing

Vor ca. 12.000 Jahren waren die Eismassen der Würmeiszeit geschmolzen und es entstand das mäandrische Flussbett der Salzach. Südwestlich anschließend bildete sich eine Schotterebene mit unterschiedlich mächtiger Schwemmsand- und Erdauflage. Daran schließen sich wiederum ein stufenförmiges Hügelland und Drumlinfelder an. Im Süden der Gemeinde reichen die Moränenhügel bis an das Steilufer der Salzach heran.

Zahlreiche Einzelbodenfunde, ein Hortfund und die Beigaben in den Nekropolen des Fridolfinger Beinfeldes zeugen von menschlicher Besiedlung während der Bronzezeit, der Hallstattzeit und dem keltischen Zeitalter.

Ein Grabstein, ein Totengedenkstein, ein Opfer- und Gedenkstein, zwei römische Säulen, ein gehobener Münzschatz, römische Brand- und Körpergräber und zahlreiche insbesondere in der Nähe der St.-Johanns-Kirche und des Bräukellers gemachte Einzelfunde weisen nicht nur auf die Anwesenheit römischer Soldaten und auf den Bestand von keltischen Hilfstruppen hin.

Die "Fürster Funde" aus der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. sind ein europaweit bedeutendes Zeugnis aus der Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen während der Völkerwanderung.





Über die Besiedlung im 7., 8. und 9. Jahrhundert geben die zahlreichen, dokumentierten Grabbeigaben auf dem Areal des Fridolfinger Reihengräberfeldes Auskunft. Die St.-Martins-Kirche in Pietling zeugt wegen ihres Patrons von einer Christianisierung während des 8. Jahrhunderts.

In den Breves Notitiae ist der Ortsteil Pietling zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Urkunde aus der Zeit von 792 - 798 n Chr. ist ein Verzeichnis der Schenkungen an die Kirche von Salzburg während der Regierungszeit Tassilo III.

In einer Urkunde von König Heinrich IV. aus dem Jahr 1077 ist Fridolfing zum ersten Mal urkundlich erwähnt. König Heinrich IV. löst in dieser Urkunde das Kloster aus dem Besitz des Erzbischofs von Salzburg und stellt dieses wieder als Reichskloster her.

Nach der Einrichtung des Erzstiftes Salzburg als territoriales Herrschaftsgebiet im 13. Jahrhundert wurde das bischöfliche Herrschaftsgebiet in Pfleggerichte eingeteilt und diese wiederum in Ämter oder Schergenämter unterteilt.

Bis zum Jahre 1608 war Lebenau Sitz eines Pfleggerichtes und das Propsteiamt Geisenfelden der Verwaltungssitz für Besitzungen des Erzbischofs und verschiedener kirchlicher Institutionen. Im 17. Jahrhundert wurden dann beide Einrichtungen nach Tittmoning verlegt. Fridolfing, das um die Mitte des 14. Jahrhunderts als Schergenamt eingerichtet worden war, blieb als solches bis zur Auflösung der fürsterzbischöflichen Landesherrschaft bestehen. Der Amtmann von Fridolfing hatte also zusammen mit seinen Gerichtsdienern die Verwaltungsaufgaben des Fürsterzbischofs auf unterster Ebene zu erledigen. Ein Teil der Verwaltungsaufgaben wurde zur damaligen Zeit bis zur Einführung der politischen Gemeinden im Jahre 1818 von den Pfarreien und den jeweils amtierenden Pfarrern übernommen. Fridolfing kann als Pfarrei seit dem 11. Jahrhundert nachgewiesen werden.

Mit der Bildung der politischen Gemeinde durch das königliche Edikt vom 17.05.1818 kamen auf das Gemeinwesen Fridolfing neue Aufgaben zu. Verantwortlich waren nun die gewählten Obmänner (= Bürgermeister) und seine Beigeordneten (= Gemeinderäte) für die Armenpflege, die öffentliche Sicherheit und Ordnung, das Schulwesen, das Bürger- und Heimatrecht, die Einführung der Sozialversicherung und vieles mehr.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Fridolfing unter den Plünderungen, Verwüstungen und Schikanen der Franzosen zu leiden. Ab den 30iger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde von privater Seite sowie von der kirchlichen und politischen Gemeinde Bedeutendes geleistet:

1839 - Bau eines neuen Schulhauses, 1876 - Bau eines Lehrerwohnhauses, 1878 - Erweiterung des Schulhauses, 1888 - Bau des Kranken- und Armenhauses, 1893 - Errichtung eines Elektrizitätswerkes in Dietwies durch Alois Rehrl (München bekam erst 1899 elektrisches Licht), 1891 bis 1893 - Bau der neuen Pfarrkirche.

Ferner wurde 1862 eine "Königliche bayerische Postexpenditionsstelle" errichtet. 1891 erfolgte der erste Telefonanschluss und 1894 wurde Fridolfing durch den Bau der Lokalbahn Laufen - Tittmoning an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Nach den Wirren der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts durch politischen Fanatismus, zwei mörderische Kriege und dem wirtschaftlichen Chaos begann die Gemeinde nach den schwierigen Jahren der Nachkriegszeit sich allmählich wieder wirtschaftlich und politisch zu stabilisieren.

Heute kann Fridolfing auf eine sehr gute gemeindliche Infrastruktur im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich verweisen.

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